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Pädagogischer Tag zu KI: Ablauf, Ziele und Vorbereitung

Wie Schulleitungen einen Pädagogischen Tag zu KI planen: Ziele klären, Ablauf aufbauen, Datenschutz vorbereiten und die Ergebnisse festhalten.

Im Kollegium gehen die Meinungen zu KI weit auseinander. Einige Kolleginnen und Kollegen nutzen ChatGPT längst für die Unterrichtsvorbereitung, andere haben es noch nie geöffnet. Gleichzeitig legen Schülerinnen und Schüler KI-erzeugte Hausaufgaben und sogar selbst „programmierte“ Apps vor. Viele Schulleitungen spüren, dass das Thema nicht mehr in einzelnen Fachschaften bleibt. Ein Pädagogischer Tag kann der Moment sein, an dem die Schule einen gemeinsamen Umgang damit findet.

Dieser Beitrag zeigt, wie Sie einen solchen Tag vorbereiten: mit welchem Ziel, in welchem Ablauf und mit welchen Vorklärungen.

Warum gerade jetzt: der bildungspolitische Rahmen

Die Bildungsministerkonferenz hat im Oktober 2024 eine Handlungsempfehlung zum Umgang mit KI in schulischen Bildungsprozessen beschlossen. Sie setzt auf einen konstruktiv-kritischen Umgang und benennt fünf Themenbereiche: den Einfluss von KI auf Lernen und Didaktik, eine veränderte Prüfungskultur, die Professionalisierung von Lehrkräften, rechtliche Rahmenbedingungen zum Schutz der Persönlichkeitsrechte von Lernenden und Chancengerechtigkeit.

Diese fünf Bereiche eignen sich gut als Gerüst für einen Pädagogischen Tag. Sie decken genau die Fragen ab, die im Lehrerzimmer ohnehin gestellt werden: Was lernen die Schülerinnen und Schüler noch? Wie bewerten wir fair? Was dürfen wir datenschutzrechtlich?

Dazu kommt die europäische Ebene: Artikel 4 des EU AI Act verlangt von Organisationen, die KI einsetzen, Maßnahmen zur KI-Kompetenz ihrer Beschäftigten. Ob und wie das für Ihre Schule gilt, klären Sie bitte mit dem Schulträger. Dieser Beitrag ist keine Rechtsberatung.

Das Ziel zuerst festlegen

Ein Pädagogischer Tag zu KI scheitert selten am Inhalt, sondern häufiger an einem unklaren Ziel. Formulieren Sie als Schulleitung vorab einen einzigen Satz: Was soll das Kollegium am Ende des Tages mitnehmen? Mögliche Antworten:

  • Ein gemeinsames Grundverständnis, wie KI-Werkzeuge arbeiten und wo ihre typischen Fehler liegen.
  • Erste Eckpunkte für eine schulweite Nutzungsordnung.
  • Vereinbarungen, wie Fachschaften Aufgaben und Bewertung anpassen.

Hilfreich sind dabei vier einfache Leitfragen: Was ist KI und wie funktioniert sie? Welche KI wird an unserer Schule schon genutzt? Welche Chancen und Risiken hat sie? Und was brauchen Kolleginnen und Kollegen mit unterschiedlichem Vorwissen? Angebote dürfen nach Vorwissen gestaffelt sein. Für ein Kollegium mit Einsteigern und Fortgeschrittenen ist das eine wichtige Entlastung.

Ein möglicher Ablauf

Ein Pädagogischer Tag zu KI und Programmieren könnte in fünf Blöcken aufgebaut sein. Eine ausführlichere Beschreibung finden Sie auf der Seite Fortbildung.

  1. Impuls: Konkrete Beispiele, wie Lernende heute mit KI Code und Texte erzeugen und was davon im Unterricht ankommt.
  2. Selbst ausprobieren: In gemischten Fachgruppen beschreiben Kolleginnen und Kollegen ein kleines Lernwerkzeug für ihr eigenes Fach, lassen es erzeugen und prüfen es. Vorkenntnisse sind dafür nicht nötig.
  3. Lernziele und Bewertung: Was bleibt vom Lernziel, wenn die KI die Arbeit übernimmt? Hier helfen Ansätze wie Prozess statt Produkt und mündliche Erklärungen. Mehr dazu im Beitrag Welche Lernziele bleiben, wenn die KI den Code schreibt.
  4. Datenschutz und Zugangswege: Welche Werkzeuge darf die Schule nutzen, welche Zugänge stellen Land oder Schulträger bereit?
  5. Vereinbarungen: Das Kollegium hält erste Eckpunkte fest und benennt die nächsten Schritte.

Der praktische Block ist der wichtigste. Wer selbst erlebt hat, wie überzeugend und zugleich fehlerhaft KI-Ergebnisse sein können, diskutiert anschließend anders über Regeln.

Vorbereitung: Technik, Zugänge, Ansprechpersonen

Planen Sie die praktische Seite früh. Ein Gerät pro Paar genügt, für Demonstrationen reicht ein Gerät mit Beamer. Klären Sie, ob das WLAN für die genutzten Dienste freigegeben ist und welche Zugänge Land oder Schulträger anbieten. Einige Länder stellen Lehrkräften inzwischen eigene KI-Zugänge bereit. Rheinland-Pfalz etwa hat nach Angaben der Landesbildungsministerin in der Pressemitteilung der Bildungsministerkonferenz vom Oktober 2024 allen Lehrkräften sowie Schülerinnen und Schülern einen kostenfreien KI-Zugang eingerichtet.

Binden Sie Medienbeauftragte und Datenschutzbeauftragte rechtzeitig ein. Und halten Sie fest, was am Tag stattgefunden hat. Eine solche Dokumentation hilft bei späteren Fragen von Schulträger oder Fortbildungsstelle.

Was das für Ihren Unterricht bedeutet

Ein Pädagogischer Tag ersetzt keine Unterrichtsentwicklung, aber er gibt ihr eine gemeinsame Richtung. Kolleginnen und Kollegen aus allen Fächern gehen mit geteilten Begriffen, ersten Regeln und konkreten Ideen in den Unterricht. Informatiklehrkräfte können danach gezielt weiterarbeiten, etwa mit einer ersten Doppelstunde Vibe Coding als Erprobung in einer Lerngruppe.

Sie möchten einen Pädagogischen Tag zu KI an Ihrer Schule planen? Fragen Sie unverbindlich einen Pädagogischen Tag an. Ziele, Inhalte und Format stimmen wir gemeinsam mit Ihnen ab.

Sie planen für die ganze Schule? Zu diesem Thema bieten wir einen Pädagogischen Tag, eine schulinterne Fortbildung oder eine Fortbildung für die Fachschaft an.

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